Gewähltes Tag regenerative Medizin
Künstliche Haut aus der Fabrik
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Tissue Engineering erzeugt synthetische Gewebe
Die Fraunhofer-Gesellschaft arbeitet in einem Verbundprojekt von vier Instituten an der Fabrik für menschliche Haut. Zukünftig könnten solche „Gewebefabriken“ in großen Kliniken stehen und mit Hilfe der regenerativen Medizin Ersatzorgane für Patienten wachsen lassen.
Die Haut – das größte Organ des Menschen – ist der Schutzmantel des menschlichen Körpers. Gleichzeitig übernimmt die Haut wichtige weitere Funktionen: als Sinnesorgan gibt sie Informationen über die Außenwelt und ist zudem Teil des Stoffwechsels und des Immunsystems. Seit ein paar Jahren gelingt es mit Hilfe des „Tissue Engineering“ dieses Gewebe künstlich herzustellen. Bislang konnte dies allerdings nur in teurer Handarbeit von Speziallaboren produziert werden. Biologen, Physiker und Ingenieure von vier Fraunhofer-Instituten arbeiten inzwischen in einem weltweit einzigartigen Projekt: in der Fabrik für menschliche Haut. Sie soll die Technologie so weit entwickeln, dass sie auch in der breiten Medizin zum Einsatz kommen kann
Die biologische Grundlagen-Entwicklung sowie die Validierung der Anlage liegt beim Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI sowie am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. Mit der Prototypenentwicklung bis zu einem funktionsfähigen Gesamtsystem beschäftigen sich die Experten am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT
Eine wichtige erste Zielgruppe für künstliche Haut sind Firmen, die im Bereich der Kosmetik-, Chemikalien- oder Medikamentenentwicklung arbeiten und die darauf angewiesen sind, Gewebe einzusetzen, sowohl für die Risikoabschätzung, als auch für die Verträglichkeitsprüfung. Künftig sollen aber auch Haut und Knorpel verstärkt für Transplantationen zum Einsatz kommen, beispielsweise auch als künstliche Speiseröhre nach Unfällen oder Tumorerkrankungen, die bislang nicht behandelbar sind. Die Erzeugung künstlicher Haut gehört in den Bereich der regenerativen Medizin, wo Experten in den nächsten zehn Jahren erhebliches Wachstumspotenzial sehen.
Im November 2011 wird der Weltkongress der Regenerativen Medizin in Leipzig stattfinden.
© Fraunhofer-Gesellschaft 2011
Regenerative Biogenetik
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Wie Organe nachwachsen können
Der Herzinfarkt ist in den Industrienationen eine der häufigsten Todesursachen. Wer den Infarkt überlebt, trägt eine langfristige Schädigung seines Herzmuskels davon. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung im hessischen Bad Nauheim suchen nach Wegen, diesen Patienten zu helfen. Sie haben entdeckt, dass eine amerikanische Molchart die Fähigkeit besitzt, nicht nur Beine und Schwanz, sondern auch innere Organe nach einer Beschädigung vollständig zu regenerieren. Inzwischen haben sie die Botenstoffe identifiziert, die einige wichtige Teilschritte auslösen. Nun versuchen die Forscher herauszubekommen, welches Gen welchen Schritt des Regenerationsprozesses steuert. Ziel der Arbeiten ist es, auch beim Menschen eine Regeneration des Herzens anstoßen zu können.
© Max-Planck-Gesellschaft 2007
