Gewähltes Tag Max-Planck-Forschungspreis
Porträt: Prof. Dr. Raymond Joseph Dolan
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Die Anatomie der Gefühle
Liebe, Sehnsucht, Trauer, Wut – Gefühle sind eine komplexe Welt. Mit intelligenter Kombination neuester bildgebender Techniken hat Raymond Joseph Dolan vom University College in London die Emotionen sichtbar gemacht. Der Gehirnbereich der Amygdala gilt als der Ort der Gefühlsverarbeitung. Mit der funktionellen Kernspintomographie konnte der Neuropsychiater dies experimentell belegen. Auch die Speicherung emotionaler Erlebnisse konnte er verfolgen: Hier arbeitet die Amygdala eng mit dem Hippocampus zusammen. Das Verständnis dieser Zusammenhänge hilft, neue Therapieansätze für Störungen dieser Mechanismen zu finden. Für seine Pionierarbeiten erhielt er am 19. November 2007 den Max-Planck-Forschungspreis.
© Max-Planck-Gesellschaft 2008
Porträt: Prof. Dr. Robert Langer
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Der Wirkstoff-Experte
Seit 2005 ist Robert Langer Institutsprofessor für Chemie-Ingenieurwesen und Medizintechnik am Massachusetts Institute of Technology in Boston (MIT), USA. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich auf die Übertragung biologischer Funktionen auf Materialien. Richtungweisend ist vor allem seine Forschung, die sich mit der kontrollierten Freisetzung von Arzneistoffen befasst. Seine Auszeichnung mit dem Max-Planck-Forschungspreis, der insgesamt mit 1,5 Millionen Euro dotiert ist, soll vor allem biotechnologische und biomedizinische Forschung stärker fördern.
© Max-Planck-Gesellschaft 2008
Neurologie entdeckt Angstgedächtnis
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Prof. Dr. Hans-Christian Pape entschlüsselt Prozesse in den Nervenzellen des Gehirns
Angesichts einer Bedrohung reagieren wir mit Angst. Unser Furchtverhalten ist entwicklungsgeschichtlich sehr alt und oft genug überlebenswichtig. Doch bei einer großen Zahl von Menschen treten Angstreaktionen wiederholt unangemessen stark oder aus unpassendem Anlass heraus auf. Sie leiden unter Angst oder Zwangserkrankungen. Hans-Christian Pape vom Institut für Physiologie der Universität Münster arbeitet daran, die neurologischen Prozesse der Angst bis auf die molekulare Ebene herunter zu verstehen. Stehen wir Angst aus, so feuern Hunderte von Nervenzellen in einem synchronen Muster. Wiederholt sich diese rhythmische Aktivität zu oft oder ist die Angst zu groß, so kann sich das Muster ins Gehirn einbrennen. Ein Furchtgedächtnis entsteht, und schon beim geringsten Anlass reagiert das Gehirn panisch. Aufbauend auf den Erkenntnissen von Hans-Christian Pape können nun gezielt Therapien gegen Angsterkrankungen entwickelt werden. Für seine wegweisenden Arbeiten erhielt er am 19. November 2007 den Max-Planck-Forschungspreis.
© Max-Planck-Gesellschaft 2007
