Gewählte Kategorie Medizintechnik
Polymer-Hornhaut im klinischen Test
Beitrag
Fraunhofer-Gesellschaft entwickelt Augenprothese aus Kunststoff
Spenderhornhäute sind rar: Allein in Deutschland warten jährlich etwa 7000 Patienten, die beispielsweise am Grauen Star erkrankt sind, auf das winzige Stück Gewebe. Ein Implantat aus Kunststoff kann künftig eine Möglichkeit bieten, wieder zu sehen. Am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam haben Dr. Joachim Storsberg, sein Team und weitere Kooperationspartner eine Hornhaut aus Kunststoff – eine so genannte Keratoprothese – entwickelt. Dieses Implantat könnte in Zukunft Betroffenen helfen, bei denen eine Spenderhornhaut versagt. Damit das Implantat verwachsen kann, versehen die Potsdamer Wissenschaftler den äußeren Teil der Prothese mit einem zellfreundlichen Protein. In umfangreichen Voruntersuchungen testeten die Projektpartner, welche Beschichtungen welchen Erfolg versprechen, um so Schritt für Schritt die Eigenschaften der Prothese zu verbessern. In der Fachklinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Halle sind vor kurzem die ersten künstlichen Hornhäute bereits erfolgreich transplantiert worden.
© Fraunhofer-Gesellschaft 2010
Verjüngungskur für neuronale Stammzellen
Beitrag
Regenerative Medizin mit adulten Stammzellen
Lange Zeit gingen Biologen davon aus, dass keine spezialisierte Zelle etwas anderes werden könne, als sie ist. Doch inzwischen ist es Prof. Dr. Hans Schöler am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster gelungen, mit einem einzigen Gen die Lebensuhr in neuronalen Stammzellen zurückzudrehen: Aus adulten Stammzellen des Gehirns züchtete er pluripotente Zellen, die sich wie embryonale Stammzellen verhalten – jene Alleskönner, auf denen die Hoffnungen der regenerativen Medizin ruhen. Mit ihnen könnte sich der Wunsch nach einer unerschöpflichen Quelle für körpereigenes Ersatzgewebe erfüllen, das sich zur Therapie diverser Krankheiten wie Parkinson, Herzleiden oder Diabetes eignet.
© Max-Planck-Gesellschaft 2010
Wirkstoff-Tests am künstlichen Organ
Beitrag
Künstliche Leber für Medikamententest
Die Wirkung von Medikamenten wird heute in der Regel vor den klinischen Tests mit Tierversuchen erprobt. Neben ethischen Aspekten haben sie weitere Nachteile, denn manche Wirkungen bleiben im Tierversuch unentdeckt. Am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart entwickeln Forscher deshalb synthetische Organmodelle, mit deren Einsatz bessere Vorhersage-Möglichkeiten über Wirkungsmechanismen beim Menschen gegeben sind. Heike Mertsching und Dr. Johanna Schanz nutzen für ihre Experimente eine künstlich erzeugte Leber, die eines der wichtigsten Stoffwechselorgane des Menschen ist. Sie entgiftet den Körper, baut Medikamente ab und Proteine auf. Mit dem hier entwickelten Verfahren gelang es den beiden Forscherinnen, ein weiteres Organ nachzubilden: menschliche Haut. Dies könnte für die Kosmetikindustrie von besonderer Bedeutung werden. Ihr ist seit März 2009 europaweit bereits gänzlich untersagt, Produkte zu verkaufen, die an Tieren getestet wurden.
© Fraunhofer-Gesellschaft 2009>
Experten-Interview: Prof. Dr. Franz Pfeiffer
Beitrag
Neue Bildqualität in der Röntgentechnik
Angesichts moderner Verfahren wie der Computertomografie oder der Kernspin-Resonanz haben die altehrwürdigen Röntgen-Apparate ein fast schon antiquiertes Image. Doch ein junger Physiker, Prof. Dr. Franz Pfeiffer von der TU München, hat der Röntgenoptik mit der sogenannten Phasenkontrast-Methode eine völlig neue Dimension in der Bildqualität abgewonnen. Er verwandelt mit dieser Methode flaue Röntgenbilder in ungewohnt kontrastreiche und für den Arzt wesentlich aussagekräftigere Röntgenbilder aus dem Körperinneren. Erstmals sind dank dieser bahnbrechenden Entwicklung nun auch Weichteile wie Muskeln, Fettgewebe und Organe im Röntgenbild zu sehen.
© mce mediacomeurope GmbH 2009
Implantat mit Orangenhaut
Beitrag
Neues Verfahren für die Herstellung von Hüftgelenken
Derzeit implantieren deutsche Ärzte jährlich rund zweihunderttausend künstliche Hüftgelenke – Tendenz steigend. Eine gute Stunde dauert die Operation und ist in vielen Krankenhäusern schon ein Standard. Trotzdem: Die Oberflächenstruktur der Implantate lässt sich noch deutlich verbessern. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT haben 2008 ein Verfahren entwickelt, mit dem sich individuelle Implantate innerhalb weniger Stunden fertigen lassen. Weitere Besonderheit dieser Implantate: dank ihrer rauen Oberfläche bieten sie beste Voraussetzungen dafür, dass das Knochengewebe schnell und fest anwachsen kann.
© Fraunhofer-Gesellschaft 2008
3D-Visualisierung in Echtzeit
Beitrag
Image Vis3D für bewegte Bilder
Bis dato war die Echtzeit-Bearbeitung großer Datenmengen, wie sie in der medizinischen Diagnostik entstehen, nur an leistungsstarken Computern möglich. Mit dem Programm Image Vis3D lassen sich nun Bilder mit gewaltigen Datenmengen in Echtzeit bearbeiten. An jedem gewöhnlichen Computer können damit Wissenschaftler und Ärzte den menschlichen Körper genauer studieren und medizinische Fragestellungen in Echtzeit und sogar in Bewegung analysieren. Hyperraum.TV stellt das Produkt vor, das die medizinische Diagnose erleichtern wird.
© mce mediacomeurope GmbH 2010
Helmholtz-Zentrum München
Beitrag
Wie Röntgenstrahlen im Körper wirken
Das Helmholtz-Zentrum München befasst sich seit über vierzig Jahren mit der Wirkung ionisierender Strahlung auf den menschlichen Organismus. Sie entsteht beispielsweise bei Röntgen-Untersuchungen, in der Computer-Tomographie sowie auch beim therapeutischen Einsatz von Radionukliden, wie sie heute bei der Tumorbehandlung zum Einsatz kommen. Science-TV berichtet in diesem Beitrag über die neuesten Forschungen am Helmholtz-Zentrum. Sie betreffen sowohl die Analyse der Strahlenwirkung auf den Organismus als auch Entwicklungen in der Computer-Tomographie zur Reduzierung der Strahlungsbelastung.
© mce mediacomeurope GmbH 2009
“Speed Cap” von Fraunhofer First
Beitrag
Neuartiges EEG misst Gehirnströme einfach und zuverlässig
Die Forschungseinrichtung Fraunhofer First stellt mit Speed Cap einen neuartigen Elektro-Enzephalographen, kurz EEG, vor. War es bisher erforderlich, die Kontakte zwischen den Metallplatten des EEG und der Kopfhaut zeitaufwändig mit einem Gel herzustellen, kann das Speed Cap mit seinen kleinen nadelförmigen Elektrodensteckern in wenigen Minuten eingerichtet werden. Die Genauigkeit wird dabei nicht negativ beeinflusst. Exakt durchgeführte Messreihen mit Speed Cap haben das bereits nachgewiesen. Die Entwickler erhoffen sich dadurch einen Boost unterschiedlichster EEG-Anwendungen mit Biofeedback; sie reichen von Neuroprothesen in der medizinischen Behandlung bis zum Entertainmentbereich mit aus dem Hirn gesteuerten Computerspielen.
© mce mediacomeurope GmbH 2009
Medizinische Robotik: Geh-Hilfe von Honda
Beitrag
Prototyp für behinderte Menschen
Susanne Päch berichtet in dieser Studio-Sendung über den 2008 vorgestellten Prototyp einer Geh-Hilfe von Honda, die aus Forschungen zum zweibeinigen Roboter Asimo hervorging.
© mce mediacomeurope GmbH 2008
Experten-Interview: Prof. Dr. Torsten Buzug
Beitrag
Mit Nanopartikeln Krebsbefall erkennen
Nanotechnologie und bildgebende Systeme gelten als Trendsetter in der Medizintechnik. Ein von Prof. Dr. Torsten Buzug initiiertes Projekt bewegt sich an der Nahtstelle beider Bereiche. Es versucht erstmals, durch Nanopartikel-Analyse im lebenden Menschen krebsbefallene Lymphknoten direkt zu erkennen. Das Projekt erhielt 2008 den Innovationspreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und auf dem Weltkongress der Medizintechnik 2009 den Science Award.
© mce mediacomeurope GmbH 2009
