Gewählte Kategorie Informationstechnologie

Masdar City öffnet die Tore

Blaupause für die umweltfreundliche Stadt von morgen


Im Hinterland von Dubai entsteht derzeit die postmoderne Idealstadt des 21. Jahrhunderts: auto- und kohlendioxidfrei, statt dessen mit einem komplett neu konzipierten, elektrisch betriebenen Transportsystem im Untergrund. Strom kommt ausschließlich aus erneuerbaren Energien wie der Solarthermie, Abfall wird konsequent einem Recycling zugeführt und der Verbrauch an Rohstoffen intelligent gemanagt. In Kürze wird das erste Gebäude der Zukunftsstadt Masdar City seine Tore öffnen. Mit einem Startkapital von 15 Milliarden Dollar ausgestattet, soll die Stadt dann ab 2016 rund 50.000 Menschen sowie 1500 Firmen und Institutionen auf einer Fläche von sechs Quadratkilometern qualitativ höchstwertigen Lebensraum bieten. Eine auf den ersten Blick erstaunliche Kehrtwendung. Denn bis heute eilt den hochtechnisierten Arabern der Vereinigten Arabischen Emirate nicht der Ruf ökologischer Vordenker voraus. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Energie ist in dieser ölfördernden Zone bis dato doppelt so hoch wie etwa in den USA. Aber um auch nach dem Versiegen der Ölquellen im globalen Energiemarkt tonangebend bleiben zu können, sammeln sie jetzt schon Know-how für das Szenario erneuerbarer Energien. Die in Masdar City vorgezeigte Umweltidylle ist derzeit nicht wirklich finanzierbar. So muss die Stadt die hohe Einsparung an Kohlendioxid über den in Kyoto verhandelten Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung auf dem Weltmarkt teuer weiter verkaufen.

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4. Dresdner Zukunftsforum

Ray Kurzweil: Wenn Mensch und Maschine eins werden


Zum vierten Mal fand in Dresden das Zukunftsforum statt. Auf Einladung der T-Systems Multimedia Solutions trafen sich Netz-Experten zum Gedankenaustausch. Hyperraum.TV berichtet in dieser Reportage über die Highlights der Veranstaltung. Keynote-Speaker war der amerikanische Autor Ray Kurzweil, den Forbes einmal als die „ultimative Denkmaschine“ bezeichnet hat. Der Titel seines Dresdener Vortrages: „Das Web in uns: Wenn Mensch und Maschine eins werden“. Schon in den nächsten 15 Jahren werden seiner Meinung nach intelligente Nanoroboter nicht nur in der Umwelt, sondern auch in unserem Gehirn integriert sein. Sie werden mithelfen, unsere Lebensdauer zu verlängern und uns mit einer erweiterten Intelligenz ausstatten. Die Konsequenz wird nach Meinung von Kurzweil eine Verschmelzung von Mensch und Maschine sein. „Das World Wide Web. Möglichkeiten, Herausforderung, Verantwortlichkeit“ – dazu sprach Sir Tim Berners-Lee im zweiten großen Hauptvortrag. Der Physiker wird als Erfinder von html, der Programmiersprache des Internet, gern auch als „Begründer des www“ tituliert. Eigentlich wollte er nicht viel mehr, als die Instituts-interne Arbeit von Forschern an dezentralen Echtzeitsystemen zu vereinfachen. Heute versucht er auch mit seiner Web-Foundation, das Internet allen Menschen der Erde zugänglich zu machen.
Susanne Päch hat im Umfeld dieser Veranstaltung mit dem Industrieberater Dr. Gerhard Wohland und Dr. Sven Hischke aus der Deutschen Telekom Interviews geführt, die Sie hier sehen können.

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Höchstleister und die Dynamik der Innovation

Dr. Gerhard Wohland und Dr. Sven Hischke auf dem 4. Dresdner Zukunftsforum


Im Juni 2010 fand in Dresden das 4. Zukunftsforum statt, bei dem sich die Welt der Netz-Experten traf. Auch Dr. Gerhard Wohland war unter den Rednern. Der Berater sucht seit 25 Jahren nach dem Erfolgsschlüssel für Innovation. Er hat eine schmerzhafte Erkenntnis gewonnen, die sich auch im Titel seiner Präsentation auf dem Zukunftsforum niederschlug: “Innovation ist das letzte Glied einer Kette von Niederlagen”. Entgegen den Versuchen von Konzernen, solche Niederlagen zu eliminieren, ist Wohland der Meinung, dass sie zwangsläufig und unvermeidlich sind. Sehen Sie hier ein Interview, das Dr. Susanne Päch mit ihm auf dem Zukunftsforum machte, ebenso ein Gespräch mit Dr. Sven Hischke, dem Leiter Innovationsmanagement der Deutschen Telekom, zu Fragen der Entwicklungsgeschwindigkeit von Innovationen und zur Perspektive der Cloud-Technologie.
Eine Reportage von Hyperraum.TV über das 4. Dresdner Zukunftsforum mit den Top-Reden von Ray Kurzweil und Prof. Tim Berners-Lee finden Sie hier.

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Polytronische Herstellung von Bauteilen



Ultraflache Transistoren und flexible Batterien


Seit die Wissenschaft Ende der siebziger Jahre entdeckt hat, dass Kunststoffe auch elektrischen Strom leiten und leuchten können, sind zwei Bereiche zu einer neuen Disziplin verschmolzen: zur Polytronik. Sie könnte zu einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts werden. Mit ihr soll es zu einem dramatischen Preisverfall in der Massenproduktion von elektronischen Bauteilen kommen. Das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration in München, kurz IZM, ist Deutschlands Polytronik-Schmiede. Hier erforscht das Team um Prof. Karlheinz Bock die polytronische Herstellung von ultraflachen Transistoren, Leuchtelementen und flexiblen Batterien. Dazu müssen die Münchener Forscher ungleiche Werkstoffe wie Metalle und Kunststoffe kombinieren. Ziel ist es, diese Bauteile von „Rolle zu Rolle“ zu produzieren und so geringe Stückpreise zu ermöglichen.


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Den Pollen auf der Spur

Entwicklung spezifischer Messgeräte zur Erfassung kleinster Partikel


Die Luft ist voller Partikel, die Millionen von Allergikern im täglichen Leben behindern. Professor Thomas Berlage vom Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik, kurz FIT, hat gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und Industriepartnern den Prototyp für ein automatisiertes System zur stündlichen Pollenanalyse entwickelt, das aktuellere, präzisere Pollenvorhersagen möglich macht. Zunächst saugen Pumpen eine genau bemessene Menge Luft an. Anschließend sortieren rotierende Luftströme alle Partikel in Pollengröße aus und betten diese auf einem Objektträger ein. Die über ein Objektiv gesammelte Bildinformation wird anschließend weiter ausgewertet. Ziel ist es, künftig auch tageszeitliche Veränderungen des Pollenfluges zu erfassen und daraus schließlich ein numerisches Pollenflug-Vorhersagemodell zu entwickeln.

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Optische Datenspeicher: Aus Rot wird Blau

Blauer Laser – großer Speicher


In jedem CD-Spieler und DVD-Laufwerk arbeiten winzige Laser im Verborgenen. Der gebündelte rote Lichtstrahl kann Informationen mit Gigabits in kurzen Zeiteinheiten von den Silberscheiben lesen. Jetzt arbeitet die Entwicklung an blauen Lasern aus Gallium-Nitrid. Sie können weit mehr Information auf engeren Raum schreiben und lesen als die bisherigen roten Laser. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperforschung arbeitet in einem vom Forschungsministerium geförderten Verbundforschungsprojekt mit Osram an seiner Entwicklung.

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Edelsteine – optimal verwertet

Elektronisch gesteuerte Schleifmaschine hilft Rohstoff sparen


Edelsteine beginnen erst durch den richtigen Schliff zu funkeln. Beim Schleifen muss man aber nicht nur auf den schönen Schliff mit exakt angelegten Facetten achten, sondern auch darauf, dass der wertvolle Rohstein so wenig wie möglich an Volumen verliert. Am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern arbeiten Dr. Anton Winterfeld und Dr. Peter Klein. Ihre Aufgabe: die über mehrere Jahrhunderte erarbeiteten Kenntnisse der Schleifer in einem mathematischen Prozess abzubilden. Das Ergebnis: eine Software und eine daran angeschlossene Schleifmaschine. Um diese Software zu entwickeln, nutzten die Forscher ein spezielles Feld der Mathematik: die allgemeine semi-infinite Optimierung. Semi-infinit heißt: die zu wählenden Freiheiten bei der Festlegung eines Designs unterliegen unendlich vielen Nebenbedingungen. Edelsteine, mit dem Prototyp der elektronisch gesteuerten Maschine geschliffen, haben durchschnittlich dreißig Prozent mehr Volumen als beim herkömmlichen manuellen Schleifen.

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Chips von der Rolle

Preiswerte Elektronik-Bauteile dank Polytronik


Kostengünstige Kunststoff-Chips, flexible Displays und flache Folienbatterien ermöglichen neue Baukonzepte für eine Vielzahl innovativer Produkte. Grundlage dafür ist die Produktion in Massenfertigung aus preiswertem Material – kurz: Chips von der Rolle. Polytronik nennen die Fraunhofer-Forscher am Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration diese neue Technologie, die Polymere als Basis für eine neue Low-Cost-Elektronik nutzt. Überall da, wo Elektronik flach, flexibel oder billig sein muss, können Polymere ihre Vorteile ausspielen. Schon jetzt demonstrieren Bauteile wie kleine OLED-Displays, Folienbatterien und Plastikchips die Machbarkeit. Das Potenzial ist riesig. Eine multifunktionale Folie kann neben Chip und Antenne oder Spule auch Sensoren, ein kleines Display und eine Batterie enthalten. Das Spektrum ist breit. Es reicht von intelligenten Etiketten, Grußkarten, Papierspielzeug über Chipkarten mit Display und Identifikationssystemen, die in Papier, Verpackungen und Kleidung integriert werden, bis hin zum intelligenten Pflaster mit eingebauter Sensorik oder gar zur elektronischen Zeitung und dem vollpolymeren Foliencomputer. Eine stufenweise Entwicklung wird künftig zu vollpolymeren Systemen führen. Aus Polymeren können dann elektronische Schaltkreise mit einfachen Drucktechniken – ohne aufwendige Reinraumtechnik wie heute – produziert werden. Diese massenhaft und billig produzierbaren Chips von der Rolle werden Waren zunehmend “intelligent” und die Elektronik allgegenwärtig machen.

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Visual Analytics – eine neue Disziplin entsteht

Durchblick im Daten-Dschungel


Internet, Unternehmensnetze, Sensoren, Simulationen und elektronische Prozesse liefern unzählige Informationen. Doch wie kann man aus der Masse der Daten genau die Informationen herausfiltern, die wirklich wichtig sind? Und wie lassen sich die Informationen so darstellen, dass der Nutzer sie auch optimal verwerten kann? Hilfe bietet »Visual Analytics«. Die neue Disziplin verbindet die automatische Datenanalyse mit neuartigen Techniken zur Visualisierung. Solche Visual Analytics ist überall einsetzbar, wo Menschen Entscheidungen aufgrund von komplexen und dynamischen Daten treffen müssen, beispielsweise im bereich der Fianz-Dienstleistungen, aber auch in der Medizin. Visual Analytics kann weiter helfen, logistische Abläufe zu optimieren oder den Überblick bei Katastrophen zu behalten. Visuelle Darstellungen können etwa die Analyse von Verbreitungsmustern ungewöhnlicher Krankheiten erleichtern, Auffälligkeiten bei der Nutzung von Kreditkarten sichtbar machen und Muster beim Kundenverhalten aufzeigen.

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Der elektronische Personalausweis

Identität in den Chip gepackt


Immer mehr Lebensbereiche haben sich ins Internet verlagert. Online-Banking, E-Commerce oder E-Government verlangen eine zuverlässige Authentisierung der Person im Netz. Am 1. November 2010 wird der neue Personalausweis mit elektronischer Identitäts- und Signaturfunktion in Deutschland den bisherigen Ausweis ablösen. Der nur noch scheckkartengroße Ausweis funktioniert zwar auch in Zukunft als herkömmlicher Sichtausweis, ist darüber hinaus jedoch ein Schlüsselinstrument für zahlreiche elektronische Anwendungen.
Die beiden Fraunhofer-Institute FOKUS und SIT bilden zusammen das »Test- und Demonstrationszentrum neuer Personalausweis«, das als Anlauf- und Informationspunkt für den Anwendungstest dient.

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