Gewählte Kategorie Biologie/Biotechnologie

TV-Fenster: biotechnologie.tv – Folge 94

Wissensmagazin der Biotechnologie-Branche


Das von der Bundesregierung geförderte biotechnologie.tv berichtet alle zwei Wochen über Aktuelles aus diesem stark wachsenden Sektor in Forschung und Industrie. Dieses Mal sogar in eigener Sache. Die drei Schwerpunktthemen der neuesten Ausgabe in unserem TV-Fenster:

- Künstliche Haut aus der Maschine

- HYPERRAUM.TV: Wissenschaft im Web-TV

- Das Projekt “Hackteria”

© biotechnologie.de 2012

Link-Empfehlungen der Redaktion von HYPERRAUM.TV zu weiterführenden Informationen:

– Mehr Brancheninfos über Biotechnologie.de – Link
– e.conomy der Bundesregierung zur Biotechnologie – Link
– Hightech-Strategie der Bundesregierung zur Biotechnologie – Link

© biotechnologie.de 2012

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TV-Fenster: biotechnologie.tv – Folge 93

Wissensmagazin der Biotechnologie-Branche


Das von der Bundesregierung geförderte biotechnologie.tv berichtet alle zwei Wochen über Aktuelles aus diesem stark wachsenden Sektor in Forschung und Industrie. Die drei Schwerpunktthemen der neuesten Ausgabe in unserem TV-Fenster:

- Bakterien als Wasserstoff-Fabriken

- Computerchips unter der Haut

- Werden wir ewig leben?

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Link-Empfehlungen der Redaktion von HYPERRAUM.TV zu weiterführenden Informationen:

– Mehr Brancheninfos über Biotechnologie.de – Link
– e.conomy der Bundesregierung zur Biotechnologie – Link
– Hightech-Strategie der Bundesregierung zur Biotechnologie – Link

© biotechnologie.de 2011

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Das große Fressen der Designer Bugs

Bioingenieure konstruieren produzierende Mikroorganismen


Der weißen Biotechnologie werden für die nächsten Jahre Wachstumsprognosen bis zu dreißig Prozent vorausgesagt. Sie befasst sich mit der Entwicklung von Enzymen als Biokatalysatoren für die großtechnische Produktion. Ein spezieller Bereich der Biotechnologie: konstruierte Designer-Mikroorganismen mit spezifischen Aufgaben, die sie in der Produktion übernehmen können. Ihr künftiger Einsatz reicht von der Biokunststoff-Produktion bis zur Vernichtung von Schweröl nach einer Havarie.

Link-Empfehlungen der Redaktion zu weiterführenden Informationen:

- Förderprogramme des Bundes zur weißen Biotechnologie – Link
- Hightech-Strategie der Bundesregierung zur Biotechnologie – Link
- zum Rauchgasprojekt der RWE AG mit der BRAIN AG – Link
- zur Produktion von Designer-Mikroorganismen der BRAIN AG – Link

Mehr zum Inhalt des Videos:

Dass kleine Organismen in der Natur erstaunliche Fähigkeiten besitzen, ist an sich keine neue Erkenntnis. Wir finden sie beispielsweise im altbekannten Prozess der Gärung, die Hefepilze im Weinfass vollbringen. Doch erst mit der Molekularbiologie und der Genetik ist es uns gelungen, die grundlegenden biochemischen Reaktionen zu verstehen. Wir wissen heute, dass sie maßgeblich von Enzymen gesteuert werden; Enzyme wirken als chemische Biokatalysatoren auf lebende Organismen. Mit Hilfe der Genetik ist nicht nur das Verständnis der Funktionsweise von Enzymen deutlich gewachsen. Dieses Wissen erlaubt es uns heute sogar, Mikroorganismen gezielt zu „konstruieren“ – mit unterschiedlich rekombiniertem Erbgut. Zweck der genetischen Manipulationen: vorhandene spezifische Fähigkeiten spezieller Mikroorganismen gezielt weiter zu optimieren. Die Fachwelt nennt diese Reagenz-Kreaturen „Designer Bugs“. Ein biotechnologisch gut funktionierender Mikroorganismus ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem geeigneten großtechnischen Herstellungsverfahren in einer “Biofabrik”.

Wir stehen heute am Anfang eines neuen Industriezweiges, den die Fachwelt “weiße” Biotechnologie nennt. Die BRAIN AG gehört zu diesen jungen, aufstrebenden Unternehmen, die sich mit industrienahen Forschungen auf diesem Gebiet befasst. In einer Kooperation mit dem Energieversorger RWE wird derzeit eine Demonstrationsanlage entwickelt und getestet. Ziel des Projektes: Designer-Mikroorganismen künftig so zu konfektionieren, dass sie das in konventionellen Kohlekraftwerken erzeugte Rauchgas in Biokunststoffe umwandeln.

© mce mediacomeurope GmbH 2011

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Dem Kofferfisch abgeschaut

Autohersteller folgen dem aerodynamischen Vorbild der Natur


Das aerodynamische Verhalten ist für Flugzeuge wie für Automobile ein wichtiger Parameter. Es beeinflusst neben dem Gewicht des Fahrzeugs den Energieverbrauch maßgeblich. Schon 2005 entwickelte Daimler ein frühes bionisches Konzeptfahrzeug, das dem Kofferfisch nachempfunden ist. Obwohl scheinbar plump, zeigt der Kofferfisch sensationelle Strömungseigenschaften.

Lernen vom Vorbild der Natur: Was den Kofferfisch mit seiner kantigen Form auszeichnet und ihn für Autobauer besonders interessant macht:

- das optimale Verhältnis von Oberfläche zu Volumen
- maximale Steifigkeit bei minimalem Gewicht
- ein außergewöhnliches Strömungsverhalten.

Das Bionic Car von Daimler ist nur ein einziges Mal gebaut worden, dennoch zeigt das frühe Beispiel, dass auch Ingenieure des Fahrzeugbaus von der Natur viel lernen können. Sie erzielten mit dem originalgetreuen Modellnachbau des Kofferfisches im Windkanal einen geradezu fabelhaften Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,06. Zum Vergleich: Herkömmliche Autos haben heute einen Wert, der bei 0,3 liegt.

Das Konzept-Auto Bionic Car von Daimler ist über ein einziges gebautes Exemplar nicht hinaus gekommen. Immerhin hat Daimler in Zusammenarbeit mit Bionik-Experten im Zuge dieser Forschungen auch ein eigenes rechnergestütztes materialwissenschaftliches Verfahren entwickelt. Es überträgt das Wachstumsprinzip der Biologie in die Konzeption von Autos. Ingenieure einiger bekannter Automarken lassen heute Karosserie- oder Fahrwerkskomponenten am Rechner wachsen. Bereiche mit geringer Belastung sind dünner gestaltet oder sogar völlig herausgeschnitten, hoch beanspruchte Stellen werden dagegen gezielt verstärkt. Die Grundlagen dieser Methode stammen von dem Biomechaniker Prof. Dr. Claus Mattheck. Schon in den achtziger Jahren hat er Bäumen abgeschaut, wie man mit minimalem Materialaufwand maximale Stabilität erzielen kann. Diese Erkenntnisse hat er später in ein Computerprogramm für die Optimierung von Bauteilen eingearbeitet.

In der CAD-Welt bezeichnet man dieses Verfahren mit dem Terminus „Soft Kill Option“ oder auch mit dem Begriff „Topologieoptimierung“. Es wird für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die geringe Reichweite heutiger Batterien erfordert es, dem Gewicht von Fahrzeugen besondere Beachtung zu schenken – ohne Zugeständnisse bei der Fahrsicherheit.

© mce mediacomeurope GmbH 2011

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High-Tech für Cyber-Bauern

Infomercial des VDMA


Link-Empfehlung der Redaktion zu weiterführenden Informationen:

- VDMA-Artikel zur Agrartechnikindustrie – Link

Prozessorgesteuerte Mähdrescher, vollautomatische Vorgewende-Managementsysteme, satelliten- und sensorgesteuerte Traktoren – die Landwirtschaft ist längst ein lukratives Entwicklungsfeld der Elektronik. Der moderne Bauer ist auf die Hilfe von intelligenten Elektroniksystemen angewiesen.

Die “Precision Agriculture” ist inzwischen weltweit etabliert. Die rechner- und satellitengestützte Bewirtschaftung reicht von der exakten digitalen Kartierung und Datenerfassung der Nutzflächen über die Auftragsbearbeitung bis hin zur Überwachung der Maschinen und deren Management. Die gesamte Prozesskette wird über den Jahreszyklus mit Hilfe der Elektronik begleitet.

Das Bild der modernen Landwirtschaft prägt auch die Energieversorgung aus natürlich nachwachsenden Rohstoffen. So lässt sich beispielsweise nach der Getreideernte im Herbst Biomasse anbauen. Energiepflanzenanbau findet sich heute bereits auf einem Fünftel der in Deutschland landwirtschaftlich genutzten Flächen. Allein 2010 entstanden 1200 neue Biogasanlagen, derzeit sind rund 6000 am Netz. Sie erbringen die Leistung von zwei Atomkraftwerken.

© VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau 2011

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Kohlendioxid aus Abgas für die Algenproduktion

Infomercial der RWE AG


Kohlendioxid ist in der Natur ein wichtiger Lebensstoff. Pflanzen ziehen es aus der Luft und nutzen es zur Photosynthese. Die Idee eines Projektes bei der RWE mit weiteren Partnern: Kohlendioxid aus dem Abgas von Kohlekraftwerken nutzen, um Biomasse zu erzeugen. Im Versuch kommen Algen zum Einsatz, die deutlich höhere Wachstumsraten aufweisen als alle Landpflanzen. Sie können damit schneller als alle Landpflanzen CO2 in Biomasse umsetzen.

Heute werden unterschiedliche Verfahren geprüft, wie der aus konventionellen Kraftwerken entstehende Rohstoff Kohlendioxid nicht wie bei der CCS-Methode als Abfall entsorgt werden muss, sondern weiterverarbeitet werden könnte. Die Biotechnologie bietet für das Kohlendioxid-Recycling verschiedene Ansätze, die von RWE derzeit in Pilotversuchen am Standort Niederaußem getestet werden. Ein Projekt: die Algenproduktion als Biomasse. Ein Teil des Rauchgases aus dem Braunkohlekraftwerk Niederaußem wird für dieses Projekt zu einer Algenproduktionsanlage geführt. In einem vorgelagerten Blasenreaktor befindet sich eine Algensupension, die das Kohlendioxid bis zum Sättigungsgrad aufnimmt. Überschüssiges, nicht verarbeitbares Kohlendioxid wird über einen Kamin an die Umgebung abgeführt. Die CO2-angereicherte Algensuspension wird anschließend ins Gewächshaus geführt und dort in die von der Novagreen Projektmanagement GmbH entwickelten Photobioreaktoren geleitet. Dort sorgen relativ konstante Temperaturen sowie optimale Nährstoffbedingungen und Lichtverhältnisse für hohe Wachstumsraten der Algen. Die benötigte Wärme für das Gewächshaus wird aus nicht genutzter Kühlturmabwärme des benachbarten Kraftwerks zur Verfügung gestellt.

Derzeit haben die Photobioreaktoren eine Fläche von 600 Quadratmetern und erzeugen pro Jahr rund 6.000 Kilogramm Algen in Trockensubstanz. Nach Angaben von RWE werden mit diesem Verfahren gleichzeitig 12.000 Kilogramm CO2 biologisch verwertet. Wie sich die hier produzierten Algen weiter verwerten lassen, ist auch Teil des Projektes, das Biochemiker hier untersuchen.

© RWE AG 2011

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Antikörper bringen Zellgift zur Krebszelle

Infomercial der Bayer AG


Chemotherapie von Tumorerkrankungen hat heute den großen Nachteil, dass die Gifte nicht nur kranke Zellen töten, sondern auch gesunde Zellen schädigen können. Mit Hilfe von Antikörpern als Trojanisches Pferd können Wirksubstanzen künftig gezielt zu Krebszellen transportiert und an den krankhaft veränderten Zellen angelagert werden.

Antikörper sind unterschiedlich gestaltete Bausteine des menschlichen Immunsystems. Als Transportvehikel für das gekoppelte Zellgift übernehmen sie den gezielten Transport zu den krankhaften Zellen. Sie können sich an der Oberfläche solcher Zellen anheften und so als Tumormarker fungieren.
Die Zellmembran stülpt sich anschließend ein und schleust Antikörper und Zellgift nach innen. Dort spaltet ein spezifisches Enzym die Verbindung zwischen Antikörper und Zellgift und setzt so den Wirkstoff frei. Das Zellgift heftet sich an spezielle Eiweißmoleküle in der Zelle, blockiert diese und verhindert so die weitere Teilung der kranken Krebszelle. Der Tumor stirbt ab. Durch die Membran kann das Zellgift auch in benachbarte Tumorzellen wandern und dort ebenfalls seine Wirkung tun.

Die größte Herausforderung dieses Antikörper-Wirkstoff-Konjugats dabei: Es gelangt zuerst als Infusion in die Blutbahn und muss während des Transports im Körper stabil bleiben. Erst wenn der Antikörper an der Krebszelle andockt, darf sich das Gift lösen und damit aktiviert werden. Unterschiedliche Antikörper-Wirkstoff-Kombinationen werden derzeit auf ihre mögliche Funktionsfähigkeit im menschlichen Organismus getestet. Schon in den kommenden Jahren rechnen die Biochemiker von Bayer mit ersten Tests in der Krebsbehandlung.

© Bayer AG 2011

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Hackteria – Bakterienkultur der anderen Art

Nanobiowissenschaftler Marc Dusseiller präsentiert Kunstkonzept


Der Schweizer Künstler Marc Dusseiller experimentiert an der Nahtstelle von Biologie und Kunst. Das vorliegende Portrait stellt den Nanowissenschaftler und Künstler mit seinem Kunstkonzept „Hackteria“ vor. Der Kunstname setzt sich aus den englischen Begriffen „hacking“ und „bacteria“ zusammen.

Das Projekt „Hackteria – open source biological art“ will mit einfachen Technologien die Welt der Bakterien und Mikroorganismen zugänglich machen. Dabei setzen die Organisatoren auf den Do-it-yourself-Ansatz. Sie benutzen einfache und billige Instrumente und zeigen, wie man zum Beispiel eine Webcam mit wenigen Handgriffen in ein Mikroskop umwandeln und an einen Computer anschließen kann. In zahlreichen Workshops auf der ganzen Welt haben die Organisatoren ihr Konzept getestet und verfeinert. Sie richten sich an Künstlerinnen und Künstler. “Hackteria” hat aber auch in der Wissenschaftsvermittlung bei Kindern und Jugendlichen Erfolg, und junge Wissenschaftler in Entwicklungsländern konnten ebenso davon profitieren.

„Hackteria“ ist ein transdisziplinäres Projekt und bringt immer wieder Spezialisten aus verschiedenen Richtungen zusammen: Künstler, Wissenschaftler und Techniker.

Marc Dusseiller ist selbst promovierter Material- und Nanobiowissenschaftler. An der ETH Zürich arbeitet er mit Künstlern aus der ganzen Welt zusammen. Daneben hat er eine Reihe von Lehraufträgen an verschiedenen Hochschulen inne.

© Migros-Kulturprozent 2010

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Von Rüsselkäfern, Schrauben und Muttern

Bionik: Was wir vom Vorbild der Natur lernen


Bis vor kurzem hielt man Schraube und Mutter für eine rein technische Erfindung des Menschen. Doch jetzt ein sensationeller Fund: Rüsselkäfer haben Schraubenhüftgelenke! Die Entdeckung zeigt, wie vorteilhaft es ist, die Natur auf technisch brauchbare Lösungen hin zu untersuchen. Diese Aufgabe hat sich die Bionik zum Ziel gesetzt.

Die biologische Sensation entdeckten Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie KIT. Das Schraubenhüftgelenk macht die Käfer zwar etwas schwerfälliger, dafür bringt es aber auch einen gewichtigen Vorteil: die Käfer sind hervorragende Kletterer und daher als aggressive Pflanzenschädlinge in Verruf. Die für Biologen sensationelle Erkenntnis zeigt, warum sich inzwischen sogenannt „bionisches“ Gedankengut in vielen universitären Fachrichtungen etabliert hat. Der Begriff Bionik setzt sich zusammen aus Biologie und Technik. Lernen vom Vorbild der Natur, das gehört inzwischen zum guten Ton in Forschung und Entwicklung. Die Natur hat viele innovative Methoden im Einsatz – man muss nur genau genug hinschauen. Doch dafür benötigt man oft High Tech vom Feinsten.

Ein Pionier der bionischen Forschung ist Prof. Dr. Wilhelm Barthlott, der bereits Mitte der achtziger Jahre den inzwischen schon berühmten „Lotuseffekt“ entdeckt hat. Am Blatt der Lotusblüte hat er das Geheimnis des Selbstreinigungseffektes in der Pflanzenwelt enträtselt. Es entsteht durch eine komplexe mikro- und nanoskopische Architektur der Blätter. Wassertropfen perlen darauf ab und nehmen dabei Schmutzpartikel auf der Oberfläche des Blattes mit.

Obwohl Anwendungsszenarien des Naturprinzips für Barthlott sofort sichtbar waren, hielt sich die Industrie anfangs zurück, den Lotuseffekt für Produkte anzuwenden. Trotz ihres Desinteresses hat Barthlott den Lotuseffekt weitsichtig zum Patent angemeldet. Inzwischen gehören selbstreinigende Oberflächen mit solchen Nanostrukturen zur viel gefragten High-Tech-Fertigung. Es sind Produkte in einem breiten Einsatzfeld: von schmutzresistenten Textilien bis zu selbstreinigenden Wandfarben.

© mce mediacomeurope GmbH 2011

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Lotuseffekt: Wie sich Pflanzen reinigen

Bionik hilft uns beim Lernen vom Vorbild der Natur


Der Lotuseffekt gilt heute als historisches Beispiel, was der Mensch vom Vorbild der Natur lernen kann. In den achtziger Jahren vom Botaniker Prof. Dr. Wilhelm Barthlott an der Universität Bonn entschlüsselt, wird die Methode der Pflanzen jetzt auch für die Produktion von selbstreinigenden Textilien und Glasoberflächen eingesetzt.

Barthlott versucht seit den achtziger Jahren, der Natur technologisch verwertbare Technologien zu entlocken. Der sogenannte „Lotuseffekt“ – die Selbstreinigung von Pflanzen – gehört zu den frühesten botanischen Erkenntnissen der Bionik. Aufgrund einer hoch komplexen Mikro- und Nanostruktur der Blätter perlt das Wasser von der Oberfläche in Tropfen ab. Dabei nehmen die Tropfen auch alle Schmutzpartikel auf der Oberfläche mit. Dank dieser Struktur sind viele Pflanzen in der Lage, ihre Oberflächen zu reinigen. Schon früh erkannte Barthlott die technischen Anwendungsmöglichkeiten dieser Oberflächenstruktur. Doch anfangs erntete der Biologe kein Interesse in der Industrie. Dennoch ließ er die Methode patentieren und zeigte auch erste mögliche Anwendungen für Geschirroberflächen.

Diese Reportage zum Lotus-Effekt eröffnet eine kleine Sendereihe von HYPERRAUM.TV, die sich mit dem Thema Bionik befasst. Das Kunstwort „Bionik“ setzt sich zusammen aus Biologie und Technik; sie sucht in der Natur systematisch nach technisch verwertbaren Methoden, beispielsweise für die industrielle Fertigung. Der von Prof. Wilhelm Barthlott vor Jahrzehnten entdeckte Lotuseffekt wird heute in der Literatur als wegweisend bezeichnet.

© mce mediacomeurope GmbH 2011

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