Geheimnis der peruanischen Wüste


Seit fast 80 Jahren rätseln Wissenschaftler über die Bedeutung der Nasca-Linien in der Atacama-Wüste im Süden Perus: Wer hat sie erschaffen? Warum wurden die Erdbilder auf den Wüstenboden am Fuße der Anden gezeichnet? Und vor allem, wie alt sind die Linien, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden? Prof. Günter Wagner und seinen Kollegen vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg ist es jetzt gelungen, mithilfe der Optisch Stimulierten Lumineszenz (OSL) das Alter einiger Erdlinien bis auf 50 Jahre genau zu bestimmen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass einige der Geoglyphen – so der wissenschaftliche Name der Erdbilder – vor etwa 2000 Jahren in die Wüste gezeichnet wurden. Dieses Ergebnis stimmt sehr gut überein mit aktuellen archäologischen Informationen zu den Erdlinien. Es ergibt sich folgendes Bild: Vor 2500 Jahren herrschte am Fuße der Anden noch ein feuchteres Klima. Aber nach und nach muss das Wasser dann verschwunden sein, die Landschaft wurde immer unwirtlicher für die Bewohner. In dieser Zeit bauten die Menschen die ersten Geoglyphen – wahrscheinlich sind die Erdbilder ein Teil eines Kultes, mit dem die Bewohner die Götter um Wasser und Fruchtbarkeit anflehten.

© Max-Planck-Gesellschaft 2004

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