Pilotprojekt zeigt Einsatz in Produktion und Qualitätsprüfung

Bei Kolbus, einem führenden Hersteller von Buchbindereisystemen, wird in einer industriellen Pilotanwendung die manuelle Fertigung mit Augmented Reality, kurz AR, unterstützt. Die im Unternehmen erzeugten CAD-Daten der zu fertigenden Teile dienen als Vorlage für die AR-Anwendung und können mit einer Genauigkeit von einem Millimeter über das Realbild gelegt werden. Diese zukunftweisende Anwendung gibt dem Monteur Hilfestellungen bei den komplexen Arbeitsschritten. Sie dient ihm auch dazu, die korrekte Ausführung der Montage qualitativ zu überprüfen.

Link-Empfehlungen der Redaktion zu weiterführenden Informationen:

- Fraunhofer IFF über das Kolbus-Projekt – hier

- Homepage der Firma Kolbus – hier

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Die für die Teilefertigung erforderlichen sogenannten Spannsysteme sind Halterungen, die heute aus Standardkomponenten noch manuell zusammengesetzt werden müssen. In diese werden anschließend Rohteile eingespannt. Alles zusammen wird dann zur automatisierten Weiterbearbeitung in eine CNC-Maschine eingesetzt. Für den Aufbau dieser Spannvorrichtungen nutzten die Monteure früher nur Bilder als Vorlagen. Hohe Fehleranfälligkeit war die Folge. Zur Prüfung der Qualität mussten daher in der CNC-Maschine zuerst Testläufe mit reduzierter Geschwindigkeit den Nachweis erbringen, dass die Spannsysteme tatsächlich korrekt zusammengebaut worden waren.

Produktionsleiter Jörg Böker von Kolbus sowie Dr. Dirk Berndt vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung IFF in Madgeburg geben Einblicke in die zugrundeliegende Technologie des Pilotprojektes und berichten auch, welche wirtschaftlichen Vorteile aus der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in dieser Anwendung entstehen. Möglich wurde die Anwendung durch eine bisher nicht erreichbare Präzision bei der Überlagerung von digitalen Daten und Realbildern.

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