Falcon feiert 35 Jahre Dienst
Fliegende Plattform für die Atmosphärenforschung
Ob Spitzbergen, Grönland, die Tropen oder die Südspitze Amerikas – der Einsatz für die Wissenschaft hat das Forschungsflugzeug Falcon schon an die unterschiedlichsten Plätze der Welt geführt. In dieser Zeit hat es zur Klärung vieler Fragen der Atmosphärenforschung beigetragen. 2011 feiert Falcon 35 Jahre Diensttätigkeit; Ruhestand ist noch nicht vorgesehen.
Link-Empfehlung der Redaktion zu weiterführenden Informationen:
DLR-Informationen zum Stratosphärenflugzeug Falcon – Link
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Seit 35 Jahren fliegt die Falcon für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, kurz DLR. Mitte der siebziger Jahre suchte das DLR einen eigenen, leistungsfähigen Flugversuchsträger für die Atmosphärenforschung. Besonders wichtig war bei der Auswahl die maximale Flughöhe, da in großer Höhe die besten meteorologischen Beobachtungs- und Messergebnisse zu bekommen sind. Die Falcon vom Hersteller Dassault steigt bis zu 12.800 Meter, höher als die meisten Verkehrsflugzeuge. Zusätzlich sprach für den Jet, dass er äußerst robust und wendig ist – Flüge in der Nähe von Gewittern oder durch Wirbelschleppen sind kein Problem.
Vor dem ersten Einsatz waren erhebliche Umbauarbeiten nötig. Unter anderem wurden im Dach und Boden des Flugzeugrumpfs drei Spezialfenster eingebaut. Durch sie können zum Beispiel Messungen mit dem sogenannten LIDAR (Light Detection and Ranging) durchgeführt werden. Ein LIDAR sendet einen Laserimpuls aus und empfängt das von der Atmosphäre zurück gestreute Signal. Daraus lassen sich Konzentrationsprofile von Wasserdampf, Ozon oder Aerosolpartikeln oberhalb oder unterhalb der Flughöhe ableiten. Die auffälligste Veränderung ist aber wohl der so genannte Nasenmast: An seiner Spitze befindet sich eine Fünf-Loch-Sonde, mit deren Hilfe die Wissenschaftler hochgenaue Erkenntnisse über beispielsweise den statischen und dynamischen Druck in der Atmosphäre gewinnen.
Die größte mediale Aufmerksamkeit bekam das Flugzeug im April 2010, als der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjalla große Teile des Luftverkehrs über Europa zum Erliegen brachte. In Rekordzeit wurde die Falcon für den speziellen Einsatz über Island, England und Deutschland ausgerüstet. Als einziges Flugzeug durfte sie in diesen Tagen zu mehreren Forschungsflügen in den Himmel aufsteigen.
© DLR 2011
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