Desertec: Sonnenstrom aus der Wüste
DLR-Studie bestätigt Potentiale der Solarenergie für Europa
Das Stuttgarter DLR-Institut für Technische Thermodynamik liefert mit seiner 2011 vorgelegten ersten umfangreichen Bestandsaufnahme zur Verfügbarkeit erneuerbarer Energiequellen das wissenschaftliche Fundament für das internationale Projekt Desertec und basiert auf weiteren Studien, die die DLR bereits in vorangegangenen Jahren gemacht hat. Die neueste Studie setzt auf solarthermische Kraftwerke im Sonnengürtel der Erde, um klimafreundlich Strom für Europa, den Mittleren Osten und Nordafrika zu erzeugen. Der geplanten Umsetzung des Konzepts haben im Jahr 2009 zwölf Technologie- und Finanzkonzerne den Weg geebnet. In einer dreijährigen Planungsphase, die bis 2012 dauert, werden die Rahmenbedingungen von Desertec im Detail analysiert und weiterentwickelt. Anhand der Ergebnisse soll dann die industrielle Umsetzung beginnen.
Danach kann Importstrom aus solarthermischen Kraftwerken von Desertc gesicherte Leistung für Grund-, Mittel- und Spitzenlast im europäischen Netz liefern und damit die einheimischen erneuerbaren Quellen ideal ergänzen. Der Strom wird dabei in Dampfkraftwerken erzeugt, die wie konventionelle Kohle- oder Kernkraftwerke arbeiten und damit jederzeit verfügbare Leistung liefern, aber als Brennstoff für die Dampferzeugung vorrangig konzentrierte Sonnenenergie verwenden. Eine weitere interessante Erkennntis der Experten: Ihrer Meinung nach ist der Landflächenbedarf der dafür erforderlichen großen Spiegelfelder nicht größer als z.B. der von Kohlekraftwerken, wenn man den gesamten Prozess inklusive Bergbau und Transport in beiden Fällen mit berücksichtigt. Der Import von Solarstrom nach Europa könnte laut den DLR-Studien zu Desertec in den Jahren zwischen 2020 und 2025 mit jährlich 60 Terawattstunden pro Jahr beginnen und bis 2050 auf 700 Terawattstunden pro Jahr ausgebaut werden. Das entspricht etwa 15 Prozent des jährlichen europäischen Strombedarfs. Die hohe Einstrahlung und die über das ganze Jahr gute Verfügbarkeit der Sonnenenergie in Nordafrika sowie die geringen Verluste von 3 bis 4 Prozent pro 1000 Kilometer Länge der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) erlauben langfristig Importstromkosten von etwa 0,05 € pro Kilowattstunde (in konstanter Währung des Jahres 2000 ohne Inflation). In den DLR-Studien wird kein HGÜ-Netz vorausgesetzt, sondern lediglich einzelne HGÜ-Verbindungen zwischen Produktionsstandorten und Ballungszentren. Die Vernetzung und Verteilung der Energie an die Verbraucher erfolgt nach wie vor im Wechselstromnetz.
Desertec ist ein internationales Projekt, dem im Jahr 2009 zwölf Technologie- und Finanzkonzerne den Weg geebnet haben. In einer dreijährigen Planungsphase, die bis 2012 dauert, werden die Rahmenbedingungen von Desertec im Detail analysiert und weiterentwickelt. Anhand der Ergebnisse soll dann die industrielle Umsetzung beginnen.
Im Archiv von HYPERRAUM.TV sind weitere Reportagen und Interviews zum Themenfeld Solarthermie sowie Erneuerbare Energien zu finden.
© DLR 2011
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